Mittwoch, 9. März 2011

Semmelpudding - Rezept -

Den Semmelpudding - bei uns hieß der immer Großer Hans - gab es oft in meiner Kindheit. Hierbei wurden Brot-Reste verwertet. Diese wurden nie vernichtet, entweder die wurden zum Semmelpudding verarbeitet, kamen in Frikadellen oder wurden bei Pferdekoppeln abgegeben. Das werde ich wohl im Lebtag auch nicht ablegen. Seit einigen Jahren bekommt eine liebe Freundin die Brotreste für ihre Pferde. Sie wunderte sich anfangs, dass die bei mir immer klein gebrochen sind, findet das aber toll, weil die Pferde das lieber mögen, ist für die wie Pralinchen. Ihr Gatte legt die immer schon beiseite und nimmt die als Leckerli für die Pferde. Da erzählte ich ihr vom großen Hans, wenn ich den mache, ist die Verarbeitung einfacher, wenn die Stücke schon klein getrocknet werden. Gerade trockene Brötchen lassen sich schwer schneiden, also breche ich die schon in Stücke, wenn ich die nicht mehr essen will. Meine Freundin war ganz begeistert, da sie den großen Hans auch noch aus ihrer Kindheit kannte, aber keinen hat, der ihr das kocht. Das mache ich jetzt ab und zu für sie. Dieses Jahr bekommt sie ein paar Gläser auf Vorrat zum Geburtstag, da sie seit über 2 Jahren keinen mehr bekommen hat. Da nehme ich dann nicht die klassische Wasserbadform, sondern Weckgläser, dann hält sich das ca. 6 Monate und kann im Wasserbad oder in der Mikrowelle wieder warm gemacht werden. Und die Portionen sind nicht so groß, wie in der Wasserbadform. Meistens koche ich den nach Gefühl, daher wird der mal fester mal weicher, irgendwie schmeckt der aber immer. Am liebsten esse ich den mit Kirschsoße, warm oder kalt. Interessant ist das auch mit Schwarzbrot-Resten zu mischen.


Hier ist das Original-Rezept aus "Das praktische neue Kochbuch" von Gertrud Oheim Anfang der sechziger Jahre, aus dem ich mir immer noch Rezepte raussuche, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin:


6 alte Brötchen, 1/4 l Milch, 50 g Butter, 2-3 Eier, 100 g Zucker, nach Belieben 100 g Rosinen und geriebene Mandeln


Die Brötchen in Würfel schneiden und mit der heißen Milch übergießen. Butter mit Eigelb und Zucker schaumig rühren und die Masse mit den geweichten Brötchen und den übrigen Zutaten vermengen. Zum Schluss den steifen Eischnee lose unterziehen und die Masse in einer gefetteten Puddingform eine reichliche Stunde kochen.


Und hier noch die Fotos , es war zu viel Milch, dieses Mal war der zu weich und fiel auseinander, den ersten musste ich natürlich selbst essen: 


Meine Wasserbadform, die ich sonst benutze, habe ich hier gekauft: Tortissimo (hier klicken)


Kommentare:

  1. Liebe Sigrid,

    ganz ehrlich ich habe das noch nie gehört *lach...weder Großer Hans noch Semmelpudding...aber das muss ich unbedingt mal probieren..wie schmeckt das denn dann...eher wie Brötchen oder wie Kuchen..oder wie Semmelknödel..ich habe gar keinen rechte Vorstellung...für Weihnachten kann man das bestimmt auch ein wenig mit Zimt vermengen und Vanillesoße dazu*Lach..merke gerade wie ich Appetit bekomme..Danke das Du dein Rezept teilst..

    grüßli Conny

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  2. Liebe Conny,

    wer auf süße Dinge steht, kocht das immer wieder. Schmeckt einfach wie eine Mischung aus allem, was Du fragst. Und genau, wie Du sagst, alles ran, was man gerne mag, in der Küche rumliegt und mal aufgebraucht werden will. Meine Mutter hat das früher am nächsten Tag in Scheiben gebraten, meine Hüften sagen aber "mach das nicht!"

    LG
    Sigrid

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  3. Hurra, ich glaube jetzt bin ich richtig!!!
    Hallo, liebe Sigrid, ich hatte immer auf das kleine Briefsymbol geklickt. Dein "Pudding"-Rezept hat mich neugierig gemacht, ich glaube, sobald ich mal überflüssige Brötchen habe, probiere ich's aus! Ich mag alles gerne, was süß ist und bin doch auch soooo praktisch veranlagt, aus allen Resten noch möglichst etwas Sinnvolles zu machen...anerzogen.. Der Witz ist jedoch, mein Mann sammelt Kochbücher...und natürlich besitzen wir besagtes Buch; habe das gleich nachgeguckt!
    Schönes Wochenende und Tschüß!
    Elke

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